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Wärmepumpe im Altbau

Optimales Raumklima, maximale Unabhängigkeit, geringe Betriebskosten – das alles geht mit einer Wärmepumpe im Altbau. Wir zeigen Potenzial und Grenzen der Wärmepumpe in Altbauten.

Politik und Hersteller sind sich einig: Die Wärmepumpe ist eine effiziente Lösung für die energetische Sanierung von Altbauten in Deutschland. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • Wirtschaftlichkeit
  • Kostensicherheit
  • Umweltfreundlichkeit und Klimaschutz
  • Wertsteigerung der Immobilie

Doch gilt das auch für jeden Altbau?

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Je nach Typ, Produkt, Installationsaufwand und Peripherie unterscheiden sich die Kosten* für eine Wärmepumpe im Altbau stark. Sie können folgende Preisspannen als grobe Orientierung nutzen:

  • Außenluft-Wärmepumpe: 12.000 bis 25.000 €
  • Erdwärmepumpe mit Sonde(n): Aggregat 15.000 bis 20.000 €, zzgl. 55 – 95 €/Meter Sondentiefe bzw. 10 - 20 €/m2 Flächenkollektor
  • Grundwasser-Wärmepumpe: Aggregat 20.000 € bis 25.000 €, Brunnen (2 Stück) 5.000 - 10.000 €

* Kosten inkl. Installation; Quellen: Ratgeber Heizung, Verbraucherzentrale, Herstellerangaben. Stand 2023.

Es können Kosten für Umfeldmaßnahmen wie Wärmedämmung oder den Austausch alter Heizkörper hinzukommen. 

Ja, auch eine Hybridheizung bestehend aus Wärmepumpe und Öl- oder Gasheizung ist möglich. Wie sinnvoll das ist, muss individuell entschieden werden. 

Eine Wärmepumpe im Altbau nachzurüsten, kann sich langfristig gesehen finanziell lohnen. Die Geräte sind in der Anschaffung zwar recht teuer, verursachen anschließend aber nur geringe Betriebs- und Heizkosten. Ob sich die Wärmepumpe in Ihrem konkreten Fall lohnt, hängt von den jeweiligen Begebenheiten vor Ort ab. In jedem Fall ist es sinnvoll, die staatliche Förderung zu nutzen, um die Investitionskosten gering zu halten. 

Die Inneneinheiten von Wärmepumpen sind oft nicht größer als ein Kühlschrank. Je nach System kommt eine Außeneinheit hinzu. 

Dort wo früher ein Öltank stand, kann durch den Wechsel zur Wärmepumpe z.B. Lagerraum entstehen.

Während eine moderne Gasheizung aus einer Kilowattstunde Gas rund 0,9 Kilowattstunden Wärme erzeugen kann (Wirkungsgrad von rund 90 Prozent), erzeugt eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom zwischen 3 und 4 Kilowattstunden Wärme (Jahresarbeitszahl von 3 bis 4). Somit sind Wärmepumpen viel effizienter als eine klassische Heizung – auch im Altbau. 

Wärmepumpen sind immer dann besonders klimafreundlich, wenn sie mit Ökostrom betrieben werden. Nutzt man Kohle- oder Atomstrom, verringert sich die Klimafreundlichkeit der Wärmepumpe. Doch so oder so, die Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom rund drei bis vier Kilowattstunden, was in jedem Fall klimafreundlicher ist als eine Öl- oder Gasheizung. 

Arten von Wärmepumpen für den Altbau

Im Altbau können sowohl Luft- als auch Wasser- und Erdwärmepumpen zum Einsatz kommen. Zwei Faktoren sind besonders wichtig:

  • die Heizlast bzw. der Heizwärmebedarf des Hauses
  • die Vorlauftemperatur des Heizsystems

Die Wärmepumpe muss den Heizwärmebedarf des Hauses decken können. Dieser ist bei Altbauten durch die schlechtere Dämmung deutlich höher als bei Neubauten. 

Außerdem ist die maximale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe für den Altbau wichtig. Nur ein Heizsystem, dass auf die Leistung der Wärmepumpen angepasst ist, funktioniert effizient.

Ist eine Anpassung des Heizsystems nicht möglich, gibt es noch Hochtemperatur-Wärmepumpen. Die schaffen 70 Grad und mehr.

Tipp: Förderung für die Wärmepumpe im Altbau

Aus Klimaschutzgründen fördert die Bundesregierung Wärmepumpen im Altbau finanziell. Sie können sich bis zu 40 Prozent der Investitionskosten sparen. Alle Infos zur Wärmepumpen-Förderung

Voraussetzungen für die Wärmepumpe im Altbau

Obwohl die Wärmepumpe viele Vorteile bietet und grundsätzlich auch für Altbauten geeignet ist, gibt es einige Voraussetzungen bei der Installation in Altbauten:

Wärmedämmung

Alte Gebäude haben oft eine nicht mehr zeitgemäße Wärmedämmung, was zu höheren Wärmeverlusten und folglich einem höheren Heizwärmebedarf führt. Vor der Installation einer Wärmepumpe ist es deshalb sinnvoll oder gar notwendig, die Dämmung zu verbessern.

Alternativ muss im Altbau eine Wärmepumpe mit hoher Leistung genutzt werden, um den hohen Heizenergiebedarf eines ungedämmten Altbaus zu decken. 

Heizkörper und Fußbodenheizung

Wärmepumpen in Altbauten funktionieren am besten mit Niedertemperatur-Systemen. Deshalb müssen vorhandene Heizkörper oder Fußbodenheizungen oft angepasst werden. Zu hohe Vorlauftemperaturen verursachen hohe Stromkosten bei der Wärmepumpe und machen das System weniger effizient. 

Die meisten Wärmepumpen schaffen 60 oder 65 Grad Celsius. Moderne Niedertemperatur-Systeme und Flächenheizungen brauchen 35 bis 55 Grad Celsius. Alte Radiatoren hingegen heizen mit bis zu 70 Grad Vorlauftemperatur. Deshalb bieten einige Hersteller spezielle Hochtemperatur-Wärmepumpen für Bestandsgebäude. Diese erreichen 70 Grad und mehr und können auch mit alten Heizkörpern betrieben werden. 

Einige Hersteller weisen überdies darauf hin, dass alte Heizsysteme häufig zu groß ausgelegt wurden und deshalb auch mit niedrigeren Temperaturen arbeiten können. Ein einfacher Test soll Klarheit schaffen.

Altes Heizsystem testen

Stellen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung an einem kalten Tag auf maximal 55 Grad. Ist es dennoch warm genug? Dann stehen die Chancen gut, dass Sie um den Austausch der Heizkörper herumkommen. 

Tipp: Funktionsweise einer Wärmepumpe

Sie möchten wissen, wie eine Wärmepumpe funktioniert? Wir erklären es: Funktionsweise einer Wärmepumpe

Planung und Wartung der Wärmepumpe in Bestandsgebäuden

Ohne eine sorgfältige Planung und Beratung durch Experten ist der Einbau einer Wärmepumpe im Altbau nicht sinnvoll. Es ist wichtig, die richtige Größe und Art der Wärmepumpe für das jeweilige Altbauobjekt auszuwählen. 

Wie so oft steckt der Teufel im Detail und Sie sollten bei Planung, Umsetzung und Inbetriebnahme einer neuen Anlage auf die Unterstützung eines Experten vertrauen, der für die Beantragung von Wärmepumpen-Förderung ohnehin eine Voraussetzung ist. 

Energieeffizienz Experten helfen bei der Ermittlung des Heizwärmebedarfs. Das erfolgt meist über Erfahrungswerte des Öl- oder Gasverbrauchs. Die untenstehende Tabelle zeigt Erfahrungswerte für die Heizlast bestehender Gebäude, und bietet eine grobe Orientierung: 

Baujahrspezifische Heizlast (W/m2)
bis 1970, ungedämmt120 bis 180
1977 bis 198470 bis 100
1985 bis 199550 bis 70
Neubau, EnEV40 bis 50
Neubau, KfW 40/6020 bis 30
Passivhaus10 bis 15

Quelle: Max Weishaupt GmbH in Seifert, H.-J. Wärmepumpen für Heizungen und Warmwasser, Hrsg.: Stiftung Warentest 2023

Ein Altbau mit 150 m2 Wohnfläche aus 1980 hat also eine spezifische Heizlast von ca. 17.750 Watt (errechnet aus Mittelwert der Heizlast entsprechend des Baujahres). Dasselbe Gebäude hätte nach den Standards der nicht mehr gültigen EnEV nur eine spezifische Heizlast von 6.600 Watt gehabt. Die neue Wärmepumpe für den Altbau muss entweder die hohe Heizlast stemmen können, oder die Heizlast muss durch Dämmmaßnahmen verringert werden. 

Auch im Altbau sind Wärmepumpen wartungsarm. Eine Kontrolle durch einen Fachbetrieb in regelmäßigen Abständen genügt. 

Umfeldmaßnahmen: Wärmedämmung, Fußbodenheizung und Co.

Der sogenannte Temperaturhub ist entscheidend für die Effizienz einer Wärmepumpe im Altbau. Unter Temperaturhub versteht man die zu überbrückende Temperatur zwischen Wärmequelle und Heizsystem.

Grundwasser bietet ganzjährig 10 Grad plus, der Erdboden ist mit 2 bis 10 Grad dabei, die Außenlufttemperatur kann dagegen im Winter auf weit unter 10 Grad minus sinken. Muss aus einer geringen Ausgangstemperatur eine hohe Vorlauftemperatur entstehen, sprich ein großer Temperaturhub bewältigt werden, so zieht die Wärmepumpe unverhältnismäßig viel Strom

Genau wie durch eine hohe Temperatur der Wärmequelle verringert sich der Temperaturhub auch durch eine geringe Vorlauftemperatur des Heizsystems. Eine Fußbodenheizung verringert den Temperaturhub z.B. stark, da sie mit nur 25 bis 30 Grad Vorlauftemperatur arbeitet. Dadurch steigt die Effizienz der Wärmepumpe im Altbau

Bonus: Über die Flächenheizung kann eine Wärmepumpe mit Umkehrfunktion auch im Altbau im Sommer das Haus kühlen, indem sie mit dem jetzt kalten Heizwasser als Wärmeträger den Räumen Wärme entzieht und diese in den Erdboden, ins Grundwasser oder an die Außenluft abgibt.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Grundsätzlich gilt: Je schlechter der Zustand der Immobilie, desto eher „rechnet“ sich eine Maßnahme. Dabei sollten Sie die Wärmepumpe im Altbau aber im Verbund mit weiteren Maßnahmen wie einer Fassadendämmung oder einem Fenstertausch betrachten. Neben der Haustechnik kommt hier dem energetischen Zustand des Gebäudes eine entscheidende Bedeutung zu.

Ein Energieberater hilft Ihnen, die unterschiedlichen Aspekte zu analysieren und daraus die für Ihr Haus passende Lösung zu entwickeln.

Unabhängig davon können Sie sich bei der Wärmepumpe auf eine Kostensicherheit für die zukünftigen Heizperioden freuen. Sicherlich ein Grund für die rasant steigende Beliebtheit dieser Technik. 

Darüber hinaus können Besitzer eines Bestandsgebäudes von der staatlichen Förderung für den Einbau einer Wärmepumpe sowie Umfeldmaßnahmen und weiteren Maßnahmen einer energetischen Sanierung profitieren.

Wärmepumpe und Photovoltaik im Bestand

Die Wärmepumpe benötigt Strom für ihren Betrieb. Je nach Anlage gewinnen Sie aus einem Kilowatt Strom damit 3 bis 5 Kilowatt Wärme. Dieses Verhältnis wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschrieben. Von den Preisen der Stromanbieter werden Sie durch den Einsatz von Sonnenstrom unabhängig. Mit den passenden Speicherkapazitäten lassen sich sonnenarme Wetterlagen überbrücken und die Heizenergie steht Ihnen nahezu kostenfrei zur Verfügung.

Da die Speicherkapazität von Lithium-Ionen-Akkus begrenzt ist, nutzen einige Neubauten bereits Wasserstoff als Stromspeicher. Wie das funktioniert, lesen Sie in unserem Beitrag zur Wasserstoff-Heizung.

Wertsteigerung: Wird meine Immobilie später höher bewertet?

Die Bewertung von Gebäuden richtet sich nach ihrer Lage und ihrem Zustand. Gerade in Ballungsräumen aber kann die Wertsteigerung durch den Einbau einer Wärmepumpe abhängig vom Preisniveau bereits einen beachtlichen Anteil der Investitionskosten decken.

Das erreichen Sie, wenn Sie statt des Öltanks einen Abstellraum, oder noch besser Wohnfläche gewinnen und damit die bewertbaren Quadratmeter Ihrer Immobilie vergrößern. Darüber hinaus ist die Wärmepumpe als wichtiger Baustein eines ganzheitlichen Energiekonzeptes ein guter Grund, Ihre Immobilie höher zu bewerten.

Fazit: Aufwand und Initialkosten für die energetische Sanierung mit einer Wärmepumpe sind eine Investition in die Zukunft, die sich lohnt. Als gewichtiges Argument bei der Bewertung einer Immobilie, aber auch durch die gewonnenen Flächen, trägt die Wärmepumpe im Verbund mit den übrigen Maßnahmen zur Wertsteigerung Ihres Altbaus bei.

Fraunhofer Institut bestätigt: Wärmepumpen im Altbau sind sinnvoll

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme befasste sich im Rahmen des Projekts WPsmart im Bestand mit Wärmepumpen in Altbauten. Die Ergebnisse sind eindeutig: 

  • Die untersuchten Außenluft-Wärmepumpen erzielten im Jahresdurchschnitt Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 3,8 (Mittelwert: 3,1).
  • Die untersuchten Erdwärmepumpen schafften sogar Jahresarbeitszahlen von 3,3 bis 4,7 (Mittelwert 4,1).
  • Der elektrische Heizstab spielt eine untergeordnete Rolle und kam bei den untersuchten Anlagen kaum zum Einsatz.
  • Das Baujahr des Gebäudes ist weniger relevant für die Effektivität der Wärmepumpe als die individuellen Voraussetzungen des Hauses (z.B. Dämmung, Art und Auslegung des Heizsystems, etc.).

Die Forschenden ziehen das Fazit, dass Wärmepumpen auch in Altbauten sinnvoll genutzt werden können – auch ohne die Bestandsgebäude auf den energetischen Standard eines Neubaus zu bringen. 

Auffällig war, dass die Effizienz der Wärmepumpen im Altbau stark leidet, wenn die Planung und Installation mangelhaft sind. 

Wärmepumpe in Kaskadenschaltung im Altbau

Um Altbauten effizient mit einer Wärmepumpe zu beheizen, ist auch die Kaskadenschaltung eine Option. Das bedeutet, dass zwei oder mehr Wärmepumpen hintereinander geschaltet werden. Die Einheiten werden dabei so geregelt, dass sie unterstützend arbeiten und gemeinsam die benötigte Leistung erbringen. Einfach gesagt läuft der Kreislauf dann wie folgt ab:

  1. Die erste Wärmepumpe erhöht die Temperatur der Außenluft.
  2. Diese warme Luft dient als Wärmequelle für die zweite Wärmepumpe.
  3. Die zweite Wärmepumpe erhöht die Temperatur dann weiter. 

So lassen sich höhere Vorlauftemperaturen und höhere Heizleistungen erreichen, was besonders in Altbauten nötig sein kann. 

Insgesamt ist das Kaskadensystem deutlich effizienter als nur eine Wärmepumpe im Altbau im Volllastbetrieb arbeiten zu lassen, während sich das andere im Stand-by-Modus befindet. Ein Nebeneffekt dieser Regelung ist, dass beide Geräte gleichmäßig genutzt werden und somit in etwa die gleichen Laufzeiten haben. Ein weiterer Vorteil ist das breitere Modulationsspektrum durch die Kaskadierung und eine höhere Betriebssicherheit durch die Redundanzfunktion. Sollte sich ein Modul im Off-Modus befinden, gewährleistet das andere Gerät die Wärmeversorgung.

Alles rund um die Heizung im Altbau:

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