Coronakrise: Was Bauherren wissen müssen

Covid-19 hat die Welt derzeit fest im Griff. Der Hausbau ist davon derzeit bedingt betroffen. Was Bauherren jetzt wissen müssen.

Covid-19 hat die Welt derzeit im Griff. Die Pandemie wirkt sich auf alle Bereiche aus – auch auf den Hausbau.

In der aktuellen Coronakrise ist insbesondere die deutsche Bauwirtschaft eine Stütze der Volkswirtschaft. Alle erdenklichen Anstrengungen und Maßnahmen werden unternommen, um den Baubetrieb in diesen schwierigen Tagen aufrechtzuerhalten.

Während viele Bereiche des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft heruntergefahren sind, ist die Bauwirtschaft nicht unmittelbar vom Lockdown betroffen. Was aber nicht heißt, dass es auf Baustellen nicht ebenfalls zu Engpässen kommen kann.

"Angesicht der zunehmenden Meldungen über Auftragsstornierungen, ausbleibende Ausschreibungen und Behinderung der Bautätigkeit wird ein Umsatzplus zunehmend unrealistisch", kommentiert Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Die Baubetriebe seien zwar mit einem hohen Auftragsbestand ins neue Jahr gestartet, dieser dürfte jedoch zunehmend "abschmelzen".

Fast 60 % der befragten Mitglieder seien durch Corona-bedingte Einschränkungen betroffen. "Aus diesem Grund rechnen wir damit, dass sich die Umsätze spätestens ab April schlechter entwickeln werden", so Dieter Babiel.

Bauwirtschaft stabilisieren

Die Bauwirtschaft unternimmt jedoch alles, um den geplanten Betrieb der Baustellen weiterzuführen. Ungeachtet der Ausgangsbeschränkungen laufen die meisten Bauvorhaben weiter. Schließlich kann der Mindestabstand auf den Baustellen größtenteils eingehalten werden. Auch die Empfehlungen zur Hygiene auf Baustellen werden eingehalten.

"Gerade die Bauwirtschaft ist mit ihrer dezentralen Struktur sehr gut geeignet, zu einer Stabilisierung der Volkswirtschaft beizutragen. Daher dürfen Baustellen nicht geschlossen werden", betont Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

Selbst wenn einzelne Baufirmen oder Baustellen unter Quarantäne gestellt werden, kann in anderen Regionen trotzdem gebaut werden. "Dabei hilft auch die relativ starke Regionalität der Baustoffhersteller zur Versorgung der Baustellen. Die Bauwirtschaft ist vergleichsweise weniger von globalen Lieferketten abhängig", so Reinhard Quast weiter.

Hygiene-Regeln für Baustellen

So wurden von der Berufsgenossenschaft Bau hilfreiche Hygienemaßnahmen für Baustellen erlassen. Dazu gehören neben der Einhaltung eines Mindestabstands von 1,50 Metern auch die Vermeidung von Fahrten in vollbesetzen Fahrzeugen und die Bereitstellung von technischen Hilfsmitteln wie fließendes Wasser, Seife und Einmalhandtücher sowie Brille, Handschuhe und Mundschutz.

7 Tipps zum Schutz auf Baustellen

Für die Einhaltung von Abstandsregeln und Co. sind private Bauherren zwar nicht persönlich verpflichtet, sie können jedoch zu deren Umsetzung beitragen.

►Welche Verpflichtungen und Rechte Bauherren während der Coronakrise haben, verrät Rechtsanwalt Lars Markmann in unserem ausführlichen Beitrag.

Mobilität gefragt

"Als Bauindustrie sind wir bereit und in der Lage, allen notwendigen Vorgaben des Infektionsschutzes auf unseren Baustellen Folge zu leisten", betont Dieter Babiel Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauindustrie.

Für die Aufrechterhaltung vieler Baustellen in Deutschland sei die grenzüberschreitende Mobilität von Baufirmen und Bauarbeitern innerhalb der Europäischen Union eine wichtige Voraussetzung. "Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die von der EU-Kommission am 30. März veröffentlichten Richtlinien zur Ausübung der Arbeitnehmerfreizügigkeit der Arbeitskräfte während des Covid-19-Ausbruchs."

Darin empfiehlt die EU-Kommission den Mitgliedstaaten, einen ungehinderten grenzüberschreitenden Zugang von entsandten Arbeitnehmern zu ihrem Arbeitsplatz zu gestatten – insbesondere dann, wenn die Beschäftigung in dem betreffenden Sektor im Aufnahmemitgliedstaat weiterhin erlaubt ist.

Einige Firmen haben in Zeiten der Coronakrise mit dem ohnehin vorhandenen Facharbeitermangel zu kämpfen. Besonders Hausbauunternehmen, die verstärkt auf osteuropäische Facharbeiter setzen, haben jetzt ähnliche Probleme wie sie auch in vielen Bereichen der Landwirtschaft derzeit verstärkt auftreten. Im Vorteil sind Unternehmen, die auf eingespielte Teams aus der Region setzen. 

Trotz Coronakrise: Positive Aussichten dank Klimapaket

Das Klimapaket der Bundesregierung zeigt Wirkung im Hausbau – auch in Zeiten der Coronakrise. Drei Monate nach Inkrafttreten der neuen Förderbedingungen wollen Eigentümer demnach vor allem im Heizungskeller modernisieren.

So plant fast jeder achte Hausbesitzer (13 Prozent) in Deutschland innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Heizungstausch. Dies ergab eine Umfrage des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) von Anfang März.

 

Für viele Bauherren ist die Coronakrise eine echte Belastungsprobe. Obwohl die Arbeit auf Baustellen generell nicht eingestellt wird, kommt es dennoch zu Engpässen, die die Fertigstellung des neuen Eigenheims verzögern können. 

Angesichts der Coronakrise lohnt es sich besonders, einen unabhängigen Sachverständigen den Bau des Eigenheimes kontrollieren zu lassen. Dies empfiehlt der Verein zur QualitätsControlle am Bau (VQC).

Der VQC-Vorstand weist darauf hin, dass viele Handwerker auf engem Raum zusammenarbeiten müssen und dabei die
Mindestabstandsregeln nicht immer einhalten können. Dies erschwere viele Routinearbeiten auf dem Bau und könne die Arbeitsabläufe verzögern. Darunter wiederum kann die Qualität und Präzision der Arbeit leiden, so der VQC.

Und wenn es zu personellen Engpässen und damit zu einem großen Zeitdruck kommt, werden auch Fehler gemacht. Das ist zwar menschlich, kann Bauherren später aber teuer zu stehen kommen.

Damit die VQC-Sachverständigen trotz der allgemeinen Kontaktbeschränkungen ihre Arbeit ausüben können, haben sie sich strenge Verhaltensregeln auferlegt. So werden Qualitätskontrollen bei Neubauten nur durchgeführt, wenn maximal eine weitere Person im Haus anwesend ist.

Was Bauherren während der Coronakrise beachten müssen:

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